Religiöse Erfahrung ist nur Gehirnchemie.
Der Einwand, im Vollen
Stimulieren Sie den Schläfenlappen, um eine mystische Erfahrung zu machen. Nehmen Sie Psilocybin und treffen Sie Gott. Epileptische Anfälle führen zu Bekehrungen, Gehirntumore zu Visionen von Engeln. Wenn wir zuverlässig Begegnungen mit dem Heiligen auslösen können, indem wir Neuronen stupsen, sagen uns die Begegnungen etwas über die Neuronen, nicht über das Heilige.
Mystische Erfahrungen verraten uns etwas über das Gehirn, so wie ein Traum uns etwas über den Träumer verrät.
oder, einfach gesagt —Wenn ein Gehirnscan zeigen kann, warum jemand Gott "fühlt", ist Gott dann nicht nur in seinem Kopf?
Korrelation ist nicht gleichbedeutend mit Kausalität.
Die kognitive Wissenschaft der Religion ist ein echtes und interessantes Gebiet, das ich nicht abtun werde. Wir haben gute Daten, dass bestimmte Gehirnzustände mit berichteten religiösen Erfahrungen korrelieren. Wir haben plausible evolutionäre Erklärungen dafür, warum Menschen dazu neigen, etwas zu erkennen, Ehrfurcht zu empfinden und nach Transzendenz zu suchen. All das ist echte Wissenschaft.
Aber die Schlussfolgerung von "religiöse Erfahrung hat neuronale Korrelate" zu "religiöse Erfahrung hat kein reales Objekt" ist keine wissenschaftliche Schlussfolgerung. Es ist eine philosophische Schlussfolgerung, die sich eingeschmuggelt hat. Dieselben Daten sind gleichermassen vereinbar mit der Hypothese, dass sich das Gehirn entwickelt hat, um eine reale transzendente Dimension der Realität zu erkennen, und mit der Hypothese, dass es sich entwickelt hat, um eine solche zu erschaffen. Die Wahl zwischen diesen beiden Hypothesen erfordert Argumente ausserhalb der Neurowissenschaften.
Eine sorgfältige Wissenschaftlerin unterscheidet zwischen dem, was die Daten zeigen, und dem, was sie gerne zeigen würde. Zu der Frage, ob das Objekt der religiösen Erfahrung existiert, schweigen die Gehirnscans.