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Einwand 09 · Unendliche Strafe für endliche Sünde

Eine ewige Hölle ist ungerecht.

Der Einwand, im Vollen

Selbst der schlimmste Sünder - Hitler, Stalin, der Kindermörder - hat höchstens ein paar Jahrzehnte lang endliches Unrecht begangen. Ein begrenztes Unrecht mit unendlichen Qualen zu bestrafen, ist eine moralische Ungeheuerlichkeit. Kein menschliches Gericht würde dies tun. Ein Gott, der das tun würde, ist moralisch unter unserer Würde.

Die Hölle ist mir lieber als der Himmel eines Gottes, der die Toten foltert.
— gemeinsame Formulierung; vgl. Bertrand Russell

oder, einfach gesagt —Ich bin ein anständiger Mensch und Ihr Gott würde mich trotzdem für immer ins Feuer schicken?

Thomas von Aquin
scholastic, die Fünf Wege
1225–1274

Die Schwere der Sünde wird daran gemessen, was sie verletzt, nicht daran, wie lange sie dauert.

Eine Ohrfeige ist eine kleine Beleidigung für einen Gleichaltrigen, eine grosse Beleidigung für einen Elternteil, eine schwere Beleidigung für einen König und eine schwere Beleidigung für die göttliche Majestät. Die Handlung dauert denselben Augenblick; ihr Gewicht wird durch ihren Gegenstand bestimmt.

Die Hölle bedeutet nicht, dass Gott Geschöpfe quält, die seine Gegenwart vorziehen würden. Sie ist die ewige Bestätigung eines Willens, der sich ihm endgültig und freiwillig verweigert hat. Einen solchen Willen in die Gemeinschaft zu zwingen, hiesse, ihn abzuschaffen.

Das Feuer ist echt. Es ist auch nicht das Schlimmste. Der schlimmste Teil ist der Verlust.

Quellen Summa Theologiae, Suppl., q.99 · Contra Gentiles III, c.144
Ad maiorem Dei gloriam