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Einwand 09 · Unendliche Strafe für endliche Sünde

Eine ewige Hölle ist ungerecht.

Der Einwand, im Vollen

Selbst der schlimmste Sünder - Hitler, Stalin, der Kindermörder - hat höchstens ein paar Jahrzehnte lang endliches Unrecht begangen. Ein begrenztes Unrecht mit unendlichen Qualen zu bestrafen, ist eine moralische Ungeheuerlichkeit. Kein menschliches Gericht würde dies tun. Ein Gott, der das tun würde, ist moralisch unter unserer Würde.

Die Hölle ist mir lieber als der Himmel eines Gottes, der die Toten foltert.
— gemeinsame Formulierung; vgl. Bertrand Russell

oder, einfach gesagt —Ich bin ein anständiger Mensch und Ihr Gott würde mich trotzdem für immer ins Feuer schicken?

Augustinus
introspektiv, konfessionell
354–430

Ich fürchtete die Hölle, weil ich meine Sünde liebte.

Als ich noch nicht bekehrt war, erschien mir die Lehre von der Hölle als eine Obszönität. Nach meiner Bekehrung verstand ich: Die Obszönität war das, was ich getan hatte, nicht das, was mir angedroht worden war.

Wir verstehen die Hölle nicht, weil wir nicht verstehen, wie schwer es ist, Liebe abzulehnen. Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, der Bräutigam wartet, und die einzige Möglichkeit, draussen zu sein, ist, hinauszugehen.

Es ist eine Gnade, dass er uns warnt. Die Drohung ist der Klang der Tür, die er offen hält.

Quellen Confessions VIII; Enchiridion 112
Ad maiorem Dei gloriam