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Einwand 10 · Der Zufall der Geburt

Religiöser Glaube folgt der Geographie, nicht der Wahrheit.

Der Einwand, im Vollen

Wären Sie in Riad geboren, würden Sie den Islam mit der gleichen Überzeugung verteidigen, mit der Sie jetzt das Christentum verteidigen. Lhasa, den Buddhismus. Das antike Athen, die Olympier. Der überwältigende Prädiktor für den "rettenden Glauben" eines Menschen ist der Breiten- und Längengrad seiner Wiege. Eine so wichtige Wahrheit sollte nicht von einer Postleitzahl abhängen.

Wenn wir ein schlagendes Argument haben, das die anderen nicht haben können, dann ist es seltsam, dass fast niemand es findet, ausser durch einen Geburtsfehler.
— John Hick, paraphrasiert

oder, einfach gesagt —Wäre ich in Pakistan geboren, wäre ich ein Muslim. Inwiefern ist mein Glaube also "wahr"?

John Henry Newman
theologe des Gewissens
1801–1890

Wahrscheinliche Argumente konvergieren zur Gewissheit.

Der Glaube wird nicht durch einen einzigen entscheidenden Beweis erreicht, wie eine geometrische Demonstration. Er wird durch die Konvergenz vieler unabhängiger Wahrscheinlichkeiten erreicht - das Zeugnis des Gewissens, die historischen Beweise für Christus, das Zeugnis der Heiligen, die Erfahrung der Gnade, die Kohärenz der Lehre mit dem, was man bereits von der Welt weiss. Was ich den illativen Sinn nenne, ist die Fähigkeit des Verstandes, diese Dinge gegeneinander abzuwägen.

Der Einwand der zufälligen Geburt behandelt den Glauben wie das Werfen einer Münze - Kopf Christentum, Zahl Islam, entschieden durch den Spielraum. Aber ein ernsthafter erwachsener Konvertit wirft keine Münze. Er wägt die Beweise ab, von denen ihm die Kultur, in der er aufgewachsen ist, viele nicht gegeben hat und von denen sie einige aktiv verdrängt hat.

Dass ein Kind glaubt, was ihm erzählt wird, ist kein Skandal. Auf diese Weise lernen Kinder überhaupt etwas. Die Frage ist, was ein Erwachsener mit dem Erbe macht - es prüfen oder es einfach wiederholen. Das Christentum lädt mehr als jeder andere Konkurrent dazu ein, es zu prüfen.

Quellen An Essay in Aid of a Grammar of Assent (1870), ch. 8–9
Ad maiorem Dei gloriam