Muttertagswanderung Herisau Teufen
Stein (AR), Appenzell Ausserrhoden
Übersicht
Eine nette Wanderung durch die hübsche Hügellandschaft des Appenzells. Man wandert entlang Feldwegen, Schotterstrassen, Teerstrassen und hier und da kurze Abschnitte auf Waldwegen. Auf dem Weg durchquert man zwei kleine Schluchten mit Flüssen. Ein netter Spaziergang, der keine besonderen Konditionsanforderungen über ein generelles Fitnessniveau hinaus stellt.
Anreise
Die Wanderung startet direkt am Bahnhof Herisau und ist somit leicht erreichbar.
Start
Schon schnell wurde klar, dass es ein wunderschöner Tag wird die grünenden Weiden des Appenzells zu erkunden.
Schlucht Nummer Eins
Nach circa einer Stunde sieht man prominent den Kirchturm von Hundwil vor sich.
Davor geht es noch via der Alten Tobelbrücke über die Urnäsch. Die überdachte Brücke trägt an ihren Dachbalken christliche Zitate.
Die Urnäsch ist ein idealer Punkt für eine kurze erste Verpflegungspause.
Hundwil
Nach Schlucht Nummer Eins ist man bereits recht schnell in Hundwil und kann die wunderschöne Bauernlandschaft geniessen.
Nach 2:30 Stunden geht der Wanderweg direkt geradeaus über eine Wiese, während der Feldweg rechts abbiegt. Hier aufpassen, der Karte zu folgen.
Appenzeller Volkskundemuseum und Appenzeller Schaukäserei
In Stein angekommen, lohnt sich ein kleiner Abstecher in das Appenzeller Volkskundemuseum. Von Appenzeller Traditionen bis hin zu modernerer Kunst gibt es eine grosse Bandbreite an Appenzeller Kunst und Kultur. Im Keller gibt es eine grosse Ausstellung zur traditionellen Stickkunst des Appenzells sowie deren Industrialisierung und Automatisierung.
Das Berg-Häämetli fressende Ungeheuer
Von den modernen Bildern hat mir besonders obiges Gemälde des Künstlers Willy Künzler gefallen.
Wem die Botschaft der Politikerspinne, welche Hof (die im Appenzell üblichen Höfe werden auch (Berg)-Häämetli
genannt) und Tier frisst und Golfplätze baut, noch zu unklar ist, dem hat Künzler auf der Seite des Bildes noch eine Hilfseinschrift hinterlassen:
Wir wollen Bergbauern bleiben. Nicht Folklore- und Schau-Bauern sein. Nicht Golf-Handlanger werden.
Ein kurzer 30- bis 45-minütiger Abstecher in das Museum ist zu empfehlen. Wem das zu langweilig ist, dem kann die Appenzeller Schaukäserei direkt nebenan eventuell gefallen oder als Ort der Stärkung dienen.
markant eckigsein zu müssen. Ein schönes Häämetli, das sehr gut ins Appenzell passt.
Auch alt kann überzeugen, mit schöner Obstwiese, verwittertem Holz und viel Detail im Holz.
Schlucht Nummer Zwei
Danach geht es runter in Schlucht Nummer Zwei. Über Weide und Wald gelangt man dorthin, wo der Rotbach in die Sitter fliesst.
Ehemaliges Kloster Wonnenstein
Nach Schlucht Nummer Zwei und einem Gefängnis kommt man an einem ehemaligen Nonnenkloster vorbei. Das Kloster wurde erst 2021 wegen fehlendem Nachwuchs aufgelöst.
Man fragt sich vielleicht, wie ein katholisches Kloster ins protestantische Appenzell Ausserrhoden passt — die Halbkantone sind ja historisch aus konfessionellen Gründen gespalten.
Darüber gibt das Kloster via Infotafeln Auskunft: Zwar war lange Zeit der Status des Klosters unklar, man hat sich jedoch einige Jahrzehnte nach den ursprünglichen Protestantenaufständen dazu einigen können, dass alles innerhalb der Klostermauern offiziell zu Appenzell Innerrhoden gehört. Somit ist das Kloster eine winzige Enklave Appenzell Innerrhodens innerhalb Appenzell Ausserrhoden.
Die Klosterkirche selbst ist erst vor kurzem restauriert worden, mit einem neuen Altar für ad populum Messen. Die drei Altäre dahinter haben alle einen Fokus auf die heilige Familie, ist die Kirche doch der heiligen Maria geweiht. Die Marienfigur des linken Altars könnte Schweizer Katholiken bekannt vorkommen. Es handelt sich hierbei um eine Replika der schwarzen Madonna aus Einsiedeln. Dementsprechend ist die Replika auch nach der fehlgeschlagenen Restauration der Einsiedler Madonna angefertigt worden, ist diese doch ursprünglich farbig bemalt gewesen.
Der letzte Abschnitt vor Teufen verläuft teils neben der Autobahn, was nicht optimal ist. Gott sei Dank ist das Ganze aber nach 15 Minuten vorbei.
Ankunft in Teufen
Teufen erreicht man über den treffend genannten Ort Einsamkeit
, wo ein einzelnes wunderschönes Bauernhaus einen begrüsst.
Heimreise
Von Teufen fährt halbstündlich ein Zug nach St. Gallen. Von dort die jeweilige Verbindung nach Hause.