Die Kirche hat sich selbst überlebt
Der Anspruch
Über zwei Jahrtausende hinweg wurde die katholische Kirche von Heiligen und von Verbrechern geführt, hat sich gegen das römische Imperium, die arianische Häresie, den Fall Roms, die Reformation, die Französische Revolution, den Marxismus und die Moderne durchgesetzt und lehrt immer noch dasselbe Glaubensbekenntnis.
Aus rein soziologischer Sicht hätte dies nicht passieren dürfen. Institutionen, die so schlecht geführt werden, überleben nicht so lange. Das Fortbestehen der Kirche durch ihre eigene Korruption ist ein stärkeres Argument, als es ihr Aufblühen unter Heiligen gewesen wäre.
Sie ist oft gestorben und oft auferstanden.
Ich zähle sechzehn Mal, dass die Kirche für tot erklärt wurde - von Diokletian, von Julian, von den Goten, von den Ikonoklasten, von Voltaire, von Napoleon, von Stalin. Und jedes Mal ist sie wieder auferstanden.
Eine Institution, die ihre eigenen Kaiser, ihre eigenen Päpste, ihre eigenen Skandale und ihre eigenen Intellektuellen überleben kann und weiterhin neue Konvertiten auf allen Kontinenten anzieht, ist keine gewöhnliche Institution.
Sie wird von etwas anderem als ihren Verdiensten gehalten.