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Ebene 3 - die besondere Forderung
Beleg 11

Die Heilige Schrift ist über ein Jahrtausend hinweg einheitlich

Der Anspruch

Die Bibel umfasst dreiundsiebzig Bücher, geschrieben von etwa vierzig Autoren über fünfzehnhundert Jahre hinweg, auf drei Kontinenten und in drei Sprachen, und erzählt eine fortschreitend offenbarte Geschichte, die in einer Person gipfelt. Die strukturellen Entsprechungen zwischen Altem und Neuem Testament sind zu spezifisch, zu zahlreich und zu weit über unabhängige Autoren verteilt, als dass sie das Produkt redaktioneller Abstimmung sein könnten.

Die Typologie ist der Prüffall. Eine Handvoll loser thematischer Anklänge könnte Zufall oder rückwirkende Lesart sein. Was wir tatsächlich finden, ist etwas anderes: dichte Cluster struktureller Identität — derselbe Berg, dasselbe Holz, derselbe geliebte Sohn, dasselbe Drei-Tage-Muster, derselbe Stellvertreter —, die sich durch Texte ziehen, die ein Jahrtausend auseinander von Autoren verfasst wurden, die das Ganze nicht überblicken konnten. In kanonischer Reihenfolge gelesen, liest sich das Alte Testament wie ein Problem, dessen Lösung bereits im Problem selbst eingeschrieben ist. Das ist die literarische Signatur eines Autors, der hinter den Autoren steht.

Beweisgewicht
N.T. Wright
Historiker der Auferstehung
b. 1948

Der gesamte Kanon hat dieselbe Gestalt, und die Gestalt ist das Argument.

Das Alte Testament hat die Gestalt eines Problems. Israel sollte das Licht für die Völker sein und konnte es nicht. Der Bund sollte den adamitischen Fluch aufheben und reproduzierte ihn. Das davidische Königtum sollte der Thron Gottes auf Erden sein und endete im Exil. Jeder aufeinanderfolgende Bogen des Alten Testaments greift weiter und kommt kürzer. Das Buch endet nicht in Auflösung, sondern in Sehnsucht.

Das Neue Testament ist die überraschende Gestalt der Antwort: der treue Israelit, der von innerhalb Israels die Berufung erfüllt, die Israel nicht erfüllen konnte. Er ist der neue Adam, der nicht fällt, das neue Israel, das treu ist, der wahre Sohn Davids, dessen Thron nicht endet. Er ist auch — skandalös — mehr als jeder von diesen, denn das Problem erwies sich als tiefer als Israels allein, und die Lösung musste von ausserhalb des Systems kommen, das gescheitert war.

Die Akedah ist das tiefste Beispiel, doch das Muster ist überall. Adam in einem Garten an einem Baum; Christus in einem Garten an einem Baum. Das Passahlamm zur neunten Stunde geschlachtet; Christus zur neunten Stunde geschlachtet. Israel geht durch das Wasser in die Wüste zum verheissenen Land; der Gläubige geht durch die Taufe in die Nachfolge zur Herrlichkeit. Die eherne Schlange erhöht; der Menschensohn erhöht. Jona drei Tage in der Tiefe; der Menschensohn drei Tage in der Erde.

Kein einzelner Autor hat dies geplant. Der Plot ist die kumulative Gestalt, die sich über das Ganze hinweg ergibt. Im Rückblick ist jeder Schock vorbereitet worden. Vorausblickend von irgendeinem Punkt im Alten Testament aus ist der nächste Zug wirklich überraschend. So verhalten sich Anthologien nicht. So verhalten sich Geschichten mit einem Autor.

Quellen The New Testament and the People of God (1992) · Jesus and the Victory of God (1996) · The Day the Revolution Began (2016)
Ad maiorem Dei gloriam